Erfahrungsbericht: Niklas Lehne bei der Micromata

Ich habe das Gefühl, dass ich trotz der kurzen Zeit sehr viel mitnehmen konnte.

 Während meines Bachelorstudiums hatte ich bereits ein kurzes Praktikum beim DLR in Göttingen gemacht. Jetzt, wo ich im Mathematik-Master bin und sich mein Studium langsam aber sicher dem Ende zuneigt, wollte ich noch mindestens ein weiteres Betriebspraktikum machen, um mich für die Zeit nach dem Studium zu orientieren. Herr Meister, der das wusste, hatte mir in der Zeit vor den Semesterferien von dem MINTERFACE-Projekt bei der Micromata in Kassel erzählt, für das bereits 3 andere Studenten im Boot waren, und mir den 4ten Platz angeboten. Da das Praktikum nur sehr kurz, nämlich einen Monat lang sein und zudem innerhalb der Semesterferien stattfinden sollte, konnte ich mir auch gut die Zeit dafür nehmen. Nach einer unkomplizierten Bewerbung war formal alles schnell geklärt.

Das MINTERFACE-Projekt der Professoren Meister und Borromeo Ferri soll Studenten der Mathematik und Firmen auf Augenhöhe zusammenbringen, indem Firmenvertreter zu Vorträgen an die Uni geladen werden und für Studenten Besichtigungen von Unternehmen organisiert werden. Dazu sollte im Projekt eine Webseite als Kommunikations- und Informationsplattform erstellt werden. Die Micromata, die sich auf Softwarelösungen für führende Unternehmen wie z.B. DHL spezialisiert hat, sollte das Projekt betreuen.

Wir 4 Studenten gingen mit der Erwartungshaltung in das Projekt, viel über das Programmieren von Webanwendungen zu lernen und dann mit einem klar definierten Aufgabenkatalog zur Hand sozusagen „auf Bestellung“ zu programmieren. Tatsächlich lief dann aber alles ganz anders: Alles, was wir zur Hand hatten, waren einige vage Vorstellungen der Professoren darüber, was die Seite können sollte. Es war weder klar, mit welchem Content Management System (CMS) wir arbeiten würden, noch was die Seite später eigentlich tatsächlich können soll. So wurden wir im Kick-Off-Meeting direkt ins kalte Wasser geworfen. Es stand in unserer Verantwortung auszuloten, mit welchem CMS wir die Seite in der Kürze der Zeit aufbauen könnten, welche angedachten Funktionen der Seite umsetzbar wären und wie, wie wir uns im Team organisieren wollen, und und und…

Glücklicherweise hatten wir engagierte Micromaten an unserer Seite, die uns geholfen haben, unseren Weg zu finden. Die Anfangszeit haben wir hauptsächlich mit Planung und Konzeption zugebracht. Wir haben jede Woche ein „Sprintplanning“ gemacht, in dem wir die Arbeitspakete für die kommende Woche festgelegt haben und haben jeden Tag einen „Daily Scrum“ abgehalten, ein kurzes Teammeeting, in dem wir unsere Arbeit aufeinander abgestimmt haben. In der zweiten Hälfte des Praktikums, als wir uns auf die Nutzung des Blocksystems WordPress geeinigt hatten, ging es schließlich an Zusammenstellung und Design der schönen Webseite, die du hier vor dir hast.

Wir wurden hier in der Micromata nach Kräften unterstützt und als vollwertige Mitarbeiter behandelt. In den ersten 2 Wochen hatte unser Team sogar ein eigenes Büro zur Verfügung. Die Atmosphäre in der Micromata habe ich als entspannt und kollegial erlebt. Viele Mitarbeiter aus anderen Arbeitsgruppen zeigten ein lebhaftes Interesse an unserer Arbeit und schienen überhaupt sehr motiviert zu sein und Spaß an ihrer Arbeit zu haben. Das wundert mich nicht, denn welcher Arbeitgeber bestellt am heißesten Tag des Jahres schonmal einen Eiswagen auf das Gelände, an dem sich dann jeder Mitarbeiter kostenlos bedienen kann?

Die Arbeit an unserer Seite war spannend und herausfordernd, auch wenn es oft ziemlich anstrengend war, mit 4 Leuten auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und es in der Planungsphase einige Längen gab. Ich fand es cool an etwas zu arbeiten, das dann in dieser Form auch online gestellt wird und noch wer weiß welche Kreise zieht. Mit Mathematik hatte das Praktikum fast nichts zu tun und „klassisch“ programmiert haben wir auch nur wenig, dazu war die Zeit dann doch zu knapp, aber es war ein schöner Schnellkurs darin, wie man im Team an einem gemeinsamen Projekt arbeiten kann und ein Einblick hinter die Kulissen eines Softwareunternehmens. Ich habe das Gefühl, dass ich trotz der kurzen Zeit sehr viel mitnehmen konnte.